×

So war es auf der AdvoTec

Beeidigte Dolmetscher und Übersetzer: unverzichtbar für den Rechtsstaat


Der BDÜ Landesverband Baden-Württemberg stand auf der Fachmesse AdvoTec in Freiburg im direkten Austausch mit der Spitze von Anwaltschaft und Rechtspolitik.

Am Donnerstag, 11. Juni und Freitag, 12. Juni 2026 war der BDÜ Landesverband Baden-Württemberg mit einem eigenen Stand auf der AdvoTec vertreten – der Fachmesse, die den Deutschen Anwaltstag in Freiburg begleitete. Die Messe bot eine hervorragende Gelegenheit, mit führenden Vertretern aus Justiz und Politik ins Gespräch zu kommen und die Bedeutung beeidigter Sprachmittlerinnen und Sprachmittler für ein funktionierendes Rechtssystem sichtbar zu machen.


Für den Landesverband nutzte das Standdienstteam (Vertreter aus dem Ressort § D/Ü und engagierte BDÜ-Mitglieder) die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit Stefan von Raumer, dem Präsidenten des Deutschen Anwaltvereins (DAV), sowie mit Luke Hoß, dem rechtspolitischen Sprecher der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag.


Drei aktuelle rechtspolitische Themen im Fokus


Im Mittelpunkt der Gespräche standen drei Themen, die derzeit intensiv diskutiert werden:

  • die Entkriminalisierung von Bagatell-Straftatbeständen – etwa der Diebstahl geringwertiger Lebensmittel oder das Fahren ohne gültigen Fahrschein,
  • das Thema Abschiebehaft, also Haft ohne vorangegangenes Strafverfahren, und
  • die Dokumentation der Hauptverhandlung, die bislang weitgehend auf den handschriftlichen Notizen der Richterinnen und Richter beruht.

In all diesen Bereichen sind beeidigte Dolmetscher und Übersetzer maßgeblich beteiligt. Sie fertigen bestätigte Übersetzungen von Strafbefehlen an, dolmetschen bei Anträgen auf Abschiebehaft und sorgen in Hauptverhandlungen dafür, dass auch Beteiligte, die der deutschen Sprache nicht hinreichend mächtig sind, dem Verfahren folgen und ihre Rechte wahrnehmen können. Damit ist ihre Arbeit eine grundlegende Voraussetzung für ein faires, rechtsstaatliches Verfahren – und für die Verständigung zwischen Justiz und den Menschen, die ihr gegenüberstehen.

Qualität, die sich nicht ersetzen lässt

Einig waren sich die Gesprächspartner in einem zunehmend wichtigen Punkt: Die Verantwortung und Qualität, die beeidigte Sprachmittlerinnen und Sprachmittler in den Justizalltag einbringen, lässt sich nicht durch Künstliche Intelligenz ersetzen.

Gerade in einem so sensiblen Umfeld wie dem Strafverfahren oder bei freiheitsentziehenden Maßnahmen kommt es auf juristische Präzision, kulturelle Kompetenz und persönliche Verantwortung an. Es geht um Entscheidungen, die unmittelbar in die Grundrechte von Menschen eingreifen – hier zählt die Zuverlässigkeit qualifizierter, gerichtlich beeidigter Fachkräfte, die für ihre Arbeit einstehen.


P.S.: Das Motto der AdvoTec war „Aufbruch – Zukunft gestalten“.  Wem kommt das nicht bekannt vor?

Celia Cruz, Julia Heinecke, Regine Baum
Claudia Schulze, Shaun Allen, Jana Kohl

 

 


nach oben

bdue twitter facebook youtube linkedin mybdue

BW

linkedin
×