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Villa Reitzenstein – Besuch im baden-württembergischen Staatsministerium

Am 26. September trafen sich etwa 30 Mitglieder der Regionalgruppe Stuttgart samt Gästen im Hof der Villa Reitzenstein. Nach Ausweiskontrolle und Begrüßung wurden wir zunächst sehr freundlich mit Kaffee und Kuchen in der Cafeteria empfangen. Bei so netter Verpflegung war der Rückblick auf die Baugeschichte und die Geschichte der Familien Hallberger und der Bauherrin Helene von Reitzenstein gleich viel leichter zu verdauen. Helene von Reitzenstein entstammte der sehr betuchten Stuttgarter Verlegerfamilie Hallberger, der unter anderem die Deutsche Verlagsanstalt (dva) gehörte. Das Gebäude ging jedoch schon früh in den Besitz des Staates über. 

Wir hatten Glück, dass Ministerpräsident Kretschmann nicht im Hause war, weil wir so sämtliche Räume besichtigen konnten, angefangen von der sehr gediegenen und gut bestückten Bibliothek bis zum Kabinettsaal. Die Villa wurde erst vor wenigen Jahren vollständig renoviert – und das sehr gelungen. Interessant waren auch die Portraits der bisherigen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg. Völlig unterschiedliche Stile, je nach Ära und Persönlichkeit – wobei das Bild des letzten Ministerpräsidenten, das in einer Ecke des Bildes ein Einschussloch mit angedeuteter zersplitterter Glasscheibe zeigt, doch Spekulationen aufkommen ließ. Eine offizielle schlüssige Erklärung oder Deutung gibt es jedenfalls nicht.

Was viele sicher auch nicht wussten – ich eingeschlossen – war die Bedeutung des Regierungssitzes gleich nach Ende des 2. Weltkrieges. Die Villa war von 1945 – 1947 Sitz des Länderrates der Ministerpräsidenten der amerikanischen Besatzungszone unter Führung von General Lucius D. Clay, bevor dieser nach Frankfurt verlegt wurde.

Zum Abschluss ging es noch durch den weitläufigen Garten mit schönem Blick auf Stadt, der auf Betreiben der grünen Regierung zum Teil naturnaher und damit auch bienenfreundlicher gestaltet wurde – und ein paar Bienenvölker gibt es auch gleich dazu – und natürlich auch ein klein wenig eigenen Honig. Möge er den Politikern ihre Arbeit etwas versüßen.

 

  

Text und Fotos: Regina Seelos


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